• Georg

Von der ersten Ahnung zur konkreten Unternehmensnachfolge

Betriebsübergaben im Mittelstand könnten reibungslos erfolgen, wären da nicht allzu oft emotionale Blockaden auf Seiten des Unternehmers. Die Nachfolgeregelung ist eine rationale Angelegenheit, die dann gelingt, wenn der Senior bereit ist, loszulassen und sich mutig auf einen neuen Lebensabschnitt einzulassen.

Bei der Unternehmensnachfolge sollte die Devise lauten: Lieber früher als zu spät!

Holger P. ist 56 Jahre alt und er ist erfolgreicher Unternehmer eines Präzisionsdrehteile-Betriebes in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Die Bilanzen lassen jeden Banker und Steuerberater zu nachhaltigen Lobeshymnen anstimmen. Die Auftragsbücher sind bis Ende 2014 gut gefüllt. Die Auslieferung der georderten Ware funktioniert genauso „on time“ wie die der Produkte aus dem mittelständischen Betrieb mit 85 Mitarbeitern. Der kerngesunde Unternehmer in Saft und Kraft besuchte kürzlich eine Fachmesse in Frankfurt. Beim Bummel durch die Messehallen stoppte er en passent an einer Podiumsdiskussion mitten im Menschengewirr. Das Thema des Moderators der Handwerkskammer: „Unternehmensnachfolge – lieber früher als zu spät“. Der dynamische Unternehmer war bereits im Weitergehen begriffen, als er innehielt. Die Gesprächspartner des Moderators waren ein Business Coach, ein Unternehmensberater und ein 68-jähriger Unternehmer der Metallbranche aus dem benachbarten Kelsterbach. Die persönliche Entscheidung zum Generationswechsel im Betrieb fällt meist schwer Der alte Unternehmer räsonierte über die unglaublich schwere Entscheidung, sich altersbedingt von seinem Betrieb getrennt zu haben. Er berichtete über die jahrelangen quälenden Diskussionen und Verwerfungen von Übergabephantasien, die er mit sich selbst und seiner Ehefrau geführt hatte. Anfangs fühlte er sich mit Ende 50 viel zu jung, an Übergabe überhaupt nur zu denken. Anlass für seine Gedanken war der frühe ungeplante Ausfall seines Freundes, der durch einen Schlaganfall mit Mitte 50 beinahe über Nacht handlungsunfähig geworden war. Er hatte seinen Betrieb ohne Notfallplan geführt und somit in eine lebensbedrohliche Existenzkrise manövriert. Aber es ging ja nochmals alles gut. Holger P. horchte auf und dachte mit diffusen Gedanken an das Setzen seiner beiden Stents vor zwei Jahren. Auf der Bühne wandte der Business Coach ein, dass der Gesprächspartner neben ihm ein geradezu perfektes Beispiel für viele Mittelständler sei, die enorme Schwierigkeiten mit der Planung und Realisation der Nachfolgeregelung in ihren Betrieben hätten. Bei der Nachfolgeregelung führt Klarheit zum Ziel Holger P. erinnerte sich, mit seinem Steuerberater bereits einmal beiläufig nach seiner Herzoperation über die Nachfolge seines Betriebes gesprochen, das Thema dann aber auf die undefinierte Zukunft verschoben zu haben. Der Unternehmensberater in der Talkrunde strich heraus, wie mühsam, wie beinahe unmöglich die Entwicklung eines Übergabekonzeptes sein kann, wenn der Unternehmer nicht wisse, was er wirklich wolle. Getrieben von Ängsten und Zweifeln, sogar von nachhaltigen Verwirrungen, die sich auf den Alltag übertragen hatten, berichtete der „grand senieur“ auf der Bühne. Über Jahre habe er eine aktive Abwehrhaltung gegenüber allen Übergabegedanken und –Anstößen von außen entwickelt. Er gestand, richtig zornig geworden zu sein, wenn seine Familie dieses Thema im internen Kreise angesprochen habe. Schließlich habe seine Ehefrau sich an den Steuerberater des Unternehmers gewandt und habe ihn mit ins Boot geholt. Auf diese Weise habe sie versucht, ihren Mann quasi von außen zu einer Unternehmensübergabestrategie zu bewegen.

Holger P. berichtete, dass er als nunmehr nachhaltig interessierter Zuhörer dieser Runde begann, äußerst unruhig auf dem Stuhl hin und her zu rutschen. Er war erstaunt über sich selbst. Warum hatte er seinen Messerundgang genau hier an dieser Stelle unterbrochen? Er gestand sich ein, mittendrin in seiner eigenen Übergabeaufgabe zu sein. War er nicht selbst in eine ständig aktive Abwehr- und Selbsttäuschungsstrategie verwickelt? Schob er nicht selbst die unaufhaltsam auf in zukommende Thematik vor sich her, aus Angst sein Lebenswerk eines Tages aufgeben zu müssen? Der Business Coach in dieser Runde führte aus, dass eine Unternehmensübergabe nicht selten einen agilen Manager genau an diesem Punkte erschüttert. Schließlich geht es darum, sich selbst im übertragenen Sinne mit dem eigenen irdischen Ende auf diesem Planeten zu beschäftigen. Schon alleine die Tatsache, nach der Unternehmensübergabe überhaupt keine Phantasie zu einer sinnstiftenden Tätigkeit im Alter entwickeln zu können, treibt noch rüstige Manager und Unternehmer zur Verzweiflung.

Der Sparringpartner für alle Fälle bei der Unternehmensübergabe Business Coach und Unternehmensberater sind sich einig. Wenn der Unternehmer in dieser wichtigen Lebenslage Hand in Hand mit einem Coach für die „soft facts“, die emotionalen Belange, zusammenarbeitet und mit einem Unternehmerberater die „hard facts“, das heißt alle konzeptionellen und planerischen Details in Angrifft nimmt, wird die Unternehmensnachfolge erfolgreich arrangiert werden können. Große Zustimmung für dieses Statement leistet der Alt-Unternehmer, der genau so letzten Endes die unternehmerische Kurve genommen hatte. Zunächst beraten durch einen Unternehmensberater wurde eine Vernunftentscheidung getroffen, die Nachfolge anzupacken. Anfängliche große emotionale Turbulenzen veranlassten den Berater, dem Unternehmer das Hinzuziehen eines Business Coaches für die persönlichen, emotionalen Angelegenheiten, anzuraten. Mit dem Abarbeiten der ganz intimen, stets verwirrenden ängstigenden Probleme an der Seite des Coaches kam der Durchbruch, konstatierte der Alt-Unternehmer. Holger P. erhob sich am Ende der Moderation mit der Gewissheit – wie er sagte – in dem Alten Herren ein Vorbild gefunden zu haben, wie er auch die bei ihm ähnlich gelagerte Unternehmensnachfolge in Angriff nehmen werde. Er werde einen Business Coach und Berater konsultieren.

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