• Georg

„How dare you!“: Wie sehr misshandeln wir unsere Umwelt?


„How dare you“ schimpft die Umweltaktivistin Greta Thunberg mit den Politikern dieser Welt.  Die Umwelt als Patient sei in einem äußerst kritischen Zustand. Außer Lippenbekenntnissen würde zu wenig für die Stabilisierung des Patienten getan. Thunberg unterstellt den Politikern, stellvertretend für die ganze Menschheit, Apathie, Uneinsichtigkeit und Lähmung durch Lobbyisten. Was ist dran? Was kann jeder von uns im „stillen Kämmerlein“ tun, um den Patienten Umwelt zu stabilisieren?


Das große Rad für die Umwelt zu drehen, ist Sisyphos-Arbeit


Große Veränderungen der Vergangenheit hatten ihren erfolgversprechenden Impuls stets im Nucleus, dem kleinen Kern einer guten Idee. Da waren die Erfinder des Automobils, der Glühbirne, der Bekämpfung von Tuberkulose etc., die stets im kleinen Labor, der Garage – oder wo immer die Genies von damals ihre Forschertätigkeit vorantrieben. Sobald die Menschheit Wind von diesen Forschungen bekam, entwickelten sich Zweifel, Neid, Angst, kurz: jede Form von Bremse für Innovationen. So auch beim großen Forschungsversuch, die Umwelt zu retten. Es funktioniert einfach nicht, auf den großen, einzigartigen Wurf zu warten, der von irgendeiner Weltregierung platziert wird, um die, über mittlerweile eineinhalb Jahrhunderte währende, Umweltbelastung nachhaltig in den Griff zu bekommen. Heißt das, die Menschheit sollte sich entweder gleichgültig oder angstbefangen zurücklehnen und das Schicksal hinnehmen? Schon Sisyphos war damit überfordert, den riesigen Felsen alleine den steilen Berg hinaufzuschieben. Übertragen auf heute: Für derart große Aufgaben braucht es kleinere Thinktanks, die sich aktiv der Aufgabe verschreiben, mutig, entschlossen, ideenreich die Umwelt nachhaltig zu schützen. Diese Aufgabe kann niemals im Großen und Ganzen gemeistert werden, sondern eher im Stillen, im Kleinen, im Individuellen. Jeder Mensch kann mit einfachsten Mitteln, seine und unser aller Umwelt nachhaltig bewahren. Wie?


Umwelt – wenn sie gerettet werden soll – ist Privatsache


Bei allem Anspruch auf Individualität ist der Mensch doch ein Herdentier. Herdentiere schauen auf die Leittiere, sprich die Politiker. Sie erwarten klare, verständliche Führung, um auf dem richtigen Weg unterwegs zu sein. Deshalb ist es folgerichtig, dass der Ruf nach einer einheitlichen Lösung „Umweltschutz“ immer lauter wird. Das Prinzip funktioniert nicht wirklich. Da ist immer wieder der Anspruch auf selbstständiges Verhalten störend. „Mia san mia“, wie unsinniger Weise ein deutsches Fußballunternehmen als Leitmotiv voranträgt. Effektive Gruppendynamik wird an dieser Stelle missverstanden, insbesondere dann, wenn es um nachhaltige Entwicklung unser aller gemeinsamer Umwelt geht. Im Forschungslabor ist es eben auch das Genie, das mit der zündenden Idee, sein Projekt leidenschaftlich voranbringt. Um unsere Umwelt nachhaltig, Schritt für Schritt, einer sicherlich möglichen Linderung, wenn nicht gar Heilung, zuzuführen, bedarf es des individuellen Engagements eines jeden Einzelnen. Am Anfang steht die Bewusstseinsveränderung, die Schärfung des Bewusstseins, das Erkennen von Eigenverantwortung. Es sind die Bremsen zu lösen, die das Bewegen des großen Umweltschutzauftrages verhindern. Wenn jeder Jugendliche und Erwachsene in unserer Republik seinen kleinen Auftrag zur Linderung des Umweltproblems wahrnehmen würde, würde ein echt großes Rad in Schwung kommen.


Kleinvieh macht auch Mist: Dung für die Umwelt


Welchen Anteil hat jeder von uns im Kleinen, was unsere Umwelt im Großen so fragil, so verwundbar gemacht hat? Was kann jeder von uns tun, ohne auch nur einen Deut an Komfort, an gewohnter Lebensführung einzubüßen? Der Herbst hat Einzug gehalten. Die Temperaturen sinken, die Nächte werden länger.


Und selbst zu Corona-Zeiten kann der Konsument auf einen bewussten Einkauf von Lebensmitteln achten. So versprechen Produkte der Saison, zumal aus der Region, nicht nur die ohnehin gesündere Ernährung, sondern unterbinden auch per se einen oft weltweiten, sonst bundesweiten Transport. Müssen wir irische Butter essen, oder tut´s die aus der Region nicht auch? Wie viel Wasser wird benötigt, um allzumal Tierfleisch aus der Großschlachterei von der Erzeugung bis zur Kühltheke zu bringen? Obst und Gemüse zur entsprechenden Jahreszeit aus regionalem Anbau schont deutlich mehr unsere Umwelt als die Kiwi vom anderen Ende der Welt. Verpackungen jedweder Art geh