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7 goldene Regeln für eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge

Wie sich die Chancen für eine erfolgreiche Nachfolge erheblich verbessern lassen




Eine erfolgreiche Unternehmergeneration steht vor der Übergabe ihrer Unternehmen an die nächste Generation oder an externe Nachfolger. Neben der eigenen Reputation und dem Aufbau einer neuen persönlichen Perspektive gilt es die Belange der Unternehmerfamilie, des Unternehmens und des unmittelbaren Umfelds zu berücksichtigen. Dies macht für viele Betroffene eine sinnvolle und erfolgreiche Regelung der eigenen Nachfolge komplex, häufig zu komplex. Externe Einflüsse verschärfen diese Situation zusätzlich. Um nicht in der Komplexität sozusagen verloren zu gehen oder nur die zweitbeste Lösung zu finden, helfen einige einfache Regeln zur eigenen Orientierung.


Rechtzeitig beginnen


Eine Vielzahl von Nachfolgeregelungen werden zu spät und damit mit großem Druck zur schnellen Umsetzung in Angriff genommen. Hierdurch verliert der Übergeber nicht nur wertvolle Optionen, sein Vermögen zu schützen bzw. zu sichern, sondern auch häufig die Möglichkeit, seine persönliche Reputation in der Übergabephase zu bewahren.

Rechtzeitig beginnen heißt, die eigene Motivation zu erforschen, da sie das Fundament für den gesamten folgenden Prozess legt. Danach ist es häufig hilfreich, dass man sich selbst die Frage stellt, welche Voraussetzungen vorhanden sein sollten, damit man guten Gewissens eine Übergabe ins Auge fassen kann. Dies legt die Basis für die Planung der Nachfolge und gibt eine erste Grundstruktur vor, welche die gefühlte Komplexität deutlich reduziert.


Planen


Fehlende Planung vernichtet Werte und kostet erhebliche Ressourcen und Zeit. Eine Übergabe muss mindestens genauso professionell geplant und vorbereitet sein, wie ein größeres Investitions- oder Kundenprojekt. Sobald die Motivation zur Übergabe klar und bewusst ist, gilt es als nächstes, die Ziele der Nachfolge zu formulieren. Da dies in der Regel mehrere Ziele sind, hilft es, diese nach Prioritäten zu ordnen. Danach kann der Unternehmer mit der Planung beginnen. Hier erkennt der Senior vermutlich sehr schnell, ob, wann und bei welchen Punkten er gegebenenfalls externe Unterstützung in den Prozess einbeziehen sollte.


Plan-B entwickeln


Alles auf eine Karte zu setzen, ist riskant, wenn keine Alternativen vorhanden sind. Gelingt die Nachfolge dann nicht, sind häufig Notmaßnahmen nötig, die weder gewünscht, noch wirtschaftlich sinnvoll umsetzbar sind. Deshalb empfiehlt es sich, ein Alternativszenario zu entwickeln, welches beim Scheitern der Priorität A strukturiert umgesetzt werden kann.

Ein Neustart ohne Plan-B ist aufwendig und zeitintensiv. Alleine die Belastungen – zeitlich und mental – aus der Verdoppelung der aufzuwendenden Zeit führen meist zu Resignation und Schnellschüssen, welche die eigene Reputation und das Familienvermögen schädigen.


Die Perspektive danach


Häufig denkt der übergebende Senior-Unternehmer nur bis zu dem Zeitpunkt der formellen Übergabe. Alles, was danach kommt, ist in der Wahrnehmung nicht selten ein langer Urlaub. Dies ist fatal. Wenn hier nicht rechtzeitig eine sinnstiftende Perspektive gefunden wird, droht Lebensfreude verloren zu gehen.

Die Regelung der eigenen Nachfolge ist nicht das Ende, sondern der Anfang von etwas Neuem. Sinnvoll kann es sein, das eigene, engere und vertraute Umfeld mit einzubinden. Allein aus den daraus entstehenden Gesprächen können sich Perspektiven und Ziele entwickeln. Eine Alternative ist das Hinzuziehen eines Sparringspartners, wie eines Coachs oder Nachfolgenberaters. Sie können eine Hilfestellung geben, sich mit der unbekannten Situation einer Neuorientierung auseinandersetzen.


Marktumfeld mit einbeziehen


Der Unternehmer richtet seinen Blick nicht nur nach innen in das eigene Unternehmen, sondern auch in die Unternehmerfamilie. Einschränkungen, aber auch zusätzliche Optionen, kann der Senior nur erkennen, wenn er das Marktumfeld mit einbezieht. Wachstum der Branche, Konsolidierungsgrad, Marktposition etc. beeinflussen die Möglichkeiten und Risiken, eine sinnvolle Nachfolgeregelung aufsetzen zu können, signifikant. Wird bei dieser Betrachtung erkennbar, dass eine Nachfolgeregelung branchenbedingt schwieriger umsetzbar ist, sollte der Übergeber mehr Zeit einplanen, um intensiv nach verschiedenen zusätzlichen Optionen zu suchen.


Querdenken


Tradierte Nachfolgelösungen greifen immer weniger. Mittlerweile liegt das Verhältnis zwischen potenziellem Übergeber und Nachfolger bei 1:1. Um dennoch eine erfolgreiche Übergabe zu realisieren zu können, ist es hilfreich, sein Optionsportfolio zu erweitern. Dies sollte man nicht alleine tun. Es geht darum, den Blick auf sinnvolle Nachfolgeoptionen hin zu verbreitern. Hier empfiehlt sich ein geführtes Brainstorming mit in Nachfolgefragen erfahrener Unterstützung.


Anforderungen an den Nachfolger definieren


Ein übergabewilliger Senior-Unternehmer ist gut beraten, die Anforderungen an einen potenziellen Nachfolger zu definieren. Dies gilt sowohl für die fachliche als auch für die persönliche und charakterliche Seite. Diesen Maßstab sollte man bei familieninternen und externen Auswahlprozessen anwenden.

Wird dies versäumt, zeigt die Erfahrung, dass nicht selten die Reputation des übergebenden Seniorunternehmers und der Erfolg des betroffenen Unternehmens stark in Mitleidenschaft gezogen werden können. Die sensible Objektivierung der eigenen Sicht ist hier stark gefordert.


Fazit


Diese Regeln helfen, die Komplexität aus dem Nachfolgeprozess zu nehmen. Außerdem schafft die skizzierte Vorgehensweise Transparenz über eventuell benötigte externe Ressourcen, wie Coaches, Nachfolgeberater etc. Sie hilft dabei, Budgets abzuschätzen und Kosten zu sparen. Betroffene Senior-Unternehmer kommen damit wieder in eine Rolle, die ihnen zusteht – eine agierende.

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