• Georg

Wann beginnt Bildung?

Von allen Kirchtürmen der Republik wird geblasen, dass die Bildung des Volkes oberste Priorität für die erfolgreiche Bewältigung der Zukunft haben muss. Wie ist der Stand der Dinge heute und was muss sich ändern, um dieser Maxime auch tatsächlich gerecht zu werden? Verstehen wir eigentlich alle das Gleiche unter Bildung, oder ist hier eine Definition für alle von allen notwendig? Damit setze ich mich in meinem neuesten Blogbeitrag auseinander.

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Wann ist eigentlich der richtige Zeitpunkt mit Bildungsmaßnahmen zu beginnen? Ab wann ist das menschliche Gehirn aufnahmebereit, sich bildungsseitig formen zu lassen? Ab der Kita, dem Kindergarten oder gar erst mit der Einschulung? Die Meinung der Hirnforscher, hier sei Prof. Gerald Hüther als Gallionsfigur genannt, ist eindeutig. Die Neugier eines Kindes ist quasi von Anfang des Lebens an geweckt. Schrittweise giert das kleine Wesen nach Erkenntnissen, wie es im Leben zurechtkommen kann. Es freut sich, wenn es verstanden hat, sich von dem Bauch auf den Rücken zu drehen und zurück. Es strahlt, wenn es das erste Mal im Leben sich in den Stand gezogen hat und die ersten Schritte wagt.



Welchen Einfluss auf Bildung hat das Elternhaus?



Mit Beginn des Lebens startet der Mensch bereits eine Bildungsoffensive. Eine große Rolle spielen bei der Bildungsvermittlung die Eltern quasi als Mentoren oder Coaches. Das Zusammenspiel zwischen Mentoren und Kindern ebnet den Weg zur Lust auf lebenslanges Lernen. Eltern haben die Aufgabe, sowohl die kognitiven als auch die emotionalen Facetten der Bildung zu fördern. Mut machen, Loben, aktives Vorleben,

Begeistern können Eltern am besten. Wir Menschen wollen Neuland erkunden, lernen, wie Dinge funktionieren, verstehen, welche Rolle wir selbst innehaben und wie wir uns in unserer Umgebung positionieren wollen. Nehmen Eltern ihren Bildungsauftrag nicht konsequent wahr und überlassen ihre Kinder ihrem Bildungsschicksal, offenbaren sich beizeiten, ein Leben lang beeinflussende, Dissonanzen im Bildungskanon. Kinder werden vor dem Notebook, dem Handy geparkt, um den Eltern Verschnaufpausen zu gönnen.



Medien: Chance und Gefahrenquelle in Sachen Bildung



Medien nutzen diese Gelegenheit und begeistern Kindern, später Erwachsene, für die Nutzung ihrer Angebote, die nur äußerst begrenzt dem Anspruch auf Bildung gerecht werden. Hier bereits beginnt möglicherweise ein Teufelskreis, der nachhaltige Auswirkung auf die zukünftige Bildungsprägung nimmt. Werden dann Kinder wegen übertriebenen Medienkonsums von den Eltern mit Nörgeln und Schimpftiraden überschwemmt, verfestigt sich die Flucht der Kinder in ihre künstliche Welt.

Die ursprüngliche Neugier, die durch Vorlesen, Bauen mit Lego, Versenken in die eigene Phantasie angeregt würde, verkümmert zusehend. An dieser Stelle kommen den familienexternen Institutionen wie Kindergarten, Kita und Schulen Ersatzfunktionen zu, die solche Institutionen gar nicht ausreichend stemmen können. Erzieher und Lehrer sollen quasi retten, was in den Anfangszeiten der Bildungsoffensive verkümmert oder nur unterschwellig angelegt worden ist.



Wenn Bildung als Konsumgut missverstanden wird